13. Oktober 2017
Klaus Künhaupt zu einem aktuellen Thema:

Dankbarkeit


„Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ Noch einmal zum Erntedank.

Als junger Pfarrer war ich in einem Altenheim als Seelsorger beschäftigt. Eines Tage besuchte ich eine Dame, die lag bis zum Halswirbel gelähmt im Bett. Was kann man dieser Frau erzählen? Dass sich das Leben lohnt? Ich fühlte mich ziemlich hilflos.

Aber wie so oft war es besser, zuzuhören als zu erzählen. Sie sagte: „Ich danke Gott jeden Morgen dafür, was ich alles noch kann.“ Ich war sprachlos. Beinahe hätte ich gesagt: „Aber sie können doch gar nichts mehr“. Gott sei Dank habe ich es nicht gesagt, denn das wäre völlig falsch gewesen. Sie sagte: „Ich kann die Sonne und die Wolken sehen, ich kann für meine Kinder und Enkel beten, ich kann erzählen, ich kann zuhören, fragen, antworten, ich kann Karten spielen, zumindest wenn einer mein Blatt hält, ich kann lachen.“

Diese Frau ist eines meiner größten Vorbilder im Leben und ich denke fast täglich an sie.

„Lobe den Herrn, meine Seele, und vergiss nicht, was er dir Gutes getan hat.“ Immer wenn ich diesen Spruch höre, denke ich an sie. Wioe schnell hat man vergessen, was Gott einem gutes getan hat.

Kleine Übung am Bildschirm: Blicken sie auf die Uhr unten links und machen sie 2 Minuten nichts, als für sich selbst aufzählen, was sie alles können.

Und anschließend "ich danke Dir, Gott dafür, Amen". Perfekter Erntedank.





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