10. Februar 2018
Klaus Künhaupt zu einem aktuellen Thema:

Protestanten, Fasten und Fastnacht


„Gott will, dass wir allezeit mäßig und nüchtern sind“ mit diesen Worten schafft der Genfer Reformator Johannes Calvin im 16. Jahrhundert das Fasten ab- und damit natürlich auch die Fastnacht.

Es stimmt schon: Fasten, um Gott zu gefallen, ihn zu beeindrucken und damit dazu zu bringen, mich zu lieben: Das ist in jeder Hinsicht falsch. Allenfalls soll man es machen wie bei „7 Wochen ohne“: Ausprobieren, worauf wir eigentlich verzichten können und wollen. Aber das ist Selbsterfahrung und hat mit Gott nichts zu tun.
Andererseits: "alle Zeit mäßig und nüchtern" sein? Jeden Tag, jede Stunde ohne Ausnahme? Dürfen wir denn gar keine Auszeit nehmen? Oh doch! Gott schenkt uns ja mit dem Feiertag nicht nur eine Auszeit vom Alltag, sondern gebietet es sogar. „Bilde dir ja nicht ein, jeden Tag das gleiche machen zu können: 100% geben, Erreichbar sein, arbeiten.“ Man darf, man soll auch einen Feiertag haben, einen Tag zum Feiern. In diesem Sinne sehen wir die Fastnacht doch wie eine Art Feiertag: Wir sollen natürlich mäßig und nüchtern sein, aber es darf auch mal eine Ausnahme geben.


Klaus Künhaupt Kirchengemeinde Merzig
Ausschuss für Öffentlichkeitsarbeit des Kirchenkreisverbandes An der Saar
Pfarrer Klaus Künhaupt
Am Gaswerk 7
66633 Merzig
Telefon: 06861/ 6295




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