03. September 2022
Michael Schäfer zu einem aktuellen Thema:

Auf dem Weg


Ein Thema hat die Schlagzeilen erobert: ‚kulturelle Aneignung‘ – Stichwort Winnetou. Jetzt wollen uns die Bösen, die alles so genau sehen den edlen Apachenhäuptling wegnehmen.

Tatsächlich leben wir in einer Zeit, in der immer mehr Menschen immer mehr kritisch sehen. Das kann man positiv sehen, wenn Menschen darauf achten, dass niemand gekränkt wird, niemand diskriminiert oder benachteiligt.

Klar ist, dass unser Leben und unsere Lebensumstände sich ändern müssen, wenn wir einen mitmenschlicheren Umgang mit uns und Anderen wollen. Und das wird manchmal auch weh tun.

Und manches, was einmal fortschrittlich war, wird zur Peinlichkeit. Ales Karl May seine Phantasien über den ‚Wilden Westen‘ schrieb, wussten die meisten Europäerinnen und Europäer noch viel weniger als der Autor über den amerikanischen Kontinent und das Leben dort. Seine Romane haben erzählt, dass die Trennung in weiß und rot nicht gleichbedeutend mit der Trennung in gut und böse ist. Wobei allein seine Bezeichnung Rothäute nur wenig mit der Wirklichkeit zu tun hatte. Aber die Unterteilung der Menschen in weiße, gelbe, schwarze und rote hat es sogar bis in Kinderlieder geschafft, auch wenn sie Quatsch ist.

Zu meiner Jugendliteratur gehörte auch der Roman ‚Onkel Toms Hütte‘, ein absoluter Bestseller seinerzeit. Er hat das Unrecht der Sklaverei an manchen Stellen verharmlost, aber gleichzeitig geholfen, das Problembewusstsein zu schaffen, dass Sklaverei ein Verbrechen gegen die Menschheit ist.

Ich bin der Überzeugung, dass sich Sprache weiter entwickeln muss, dass wir lernen müssen, unsere Worte mit Bedacht einzusetzen. Und Texte und Filme spiegeln immer nur ein Bewusstsein aus der Zeit, in der sie entstanden sind. Wer sie heute sieht oder liest, muss das immer mitdenken. Das kann dann auch stolz machen, wenn wir erkennen, dass wir in den letzten 60 Jahren tatsächlich weitergekommen sind.

Ich habe weder das Buch gelesen, noch den Film gesehen, an dem sich die neue Diskussion entzündet hat. Vielleicht war da Einiges übertrieben. Das müssen wir aushalten, wenn wir uns wirklich weiter entwickeln können.

Gerne benutze ich jede technische Neuerung, freue mich, wenn Krankheiten immer mehr heilbar werden. Dann will ich auch mitwirken, dass der weltweite Umgang mit Menschen immer menschlicher wird.

 

Losung für Samstag, den 3.9.2022:

Was verborgen ist, ist des HERRN, unseres Gottes; was aber offenbart ist, das gilt uns und unsern Kindern ewiglich. 5.Mose 29,28

Jesus betet: Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen. Johannes 17,26

 

Im Gesangbuch steht ein Gebet von Dietrich Bonhoeffer (eg 897):

Herr mein Gott,

ich danke dir,

dass du diesen Tag zu Ende gebracht hast.

Ich danke dir,

dass du Leib und Seele zur Ruhe kommen lässt.

Deine Hand war über mir

und hat mich behütet und bewahrt.

Vergib allen Kleinglauben

und alles Unrecht dieses Tages

und hilf, dass ich denen vergebe,

die mir Unrecht getan haben.

Lass mich in Frieden unter deinem Schutze schlafen

und bewahre mich vor den Anfechtungen der Finsternis.

Ich befehle dir die Meinen,

ich befehle dir dieses Haus,

ich befehle dir meinen Leib und meine Seele.

Gott, dein heiliger Name sei gelobt.





Zurück