12. Februar 2020
Michael Hilka, Pfr. zu einem aktuellen Thema:

Vom Hören und Hinhören


„Gott spricht. Heute.“ So las ich es auf dem Buchdeckel einer Bibel. Gott spricht. In der Bibel wird immer wieder davon erzählt, wie Gott Menschen anspricht und in Bewegung setzt, tröstet, ihnen Kräfte verleiht oder sie auch ermahnt. Sie hören, was Gott ihnen sagen möchte, und regieren darauf.

Gott spricht. Auch heute noch. Doch hören wir ihn bei dem Lärm, der jeden Tag an unser Ohr dringt? Unsere Welt ist laut. Auf der Straße ist immer ein gewisser Geräuschpegel zu hören und auch daheim ist es selten ganz still.

 

Wir hören Vieles, doch hören wir hin? Ich lag im Sommer auf einer Wiese im Park meiner Stadt, schloss die Augen und versuchte, einmal bewusst hinzuhören. Der Geräuschpegel im Hintergrund verschwand auf einmal und da hörte ich sie: Die Vögel mit ihrem Gezwitscher, die ich schon so lange nicht mehr wahrgenommen hatte, den Wind in dem Blättern des Baumes, das Lachen der Kinder auf dem nahe gelegenen Spielplatz, das Hupen der Autos auf der Straße und das Ticken meiner Armbanduhr an meinem Handgelenk. So deutlich gehört hatte ich wohl seit meiner Kindheit nicht mehr.

 

Seitdem versuche ich, immer wieder mal am Tag innezuhalten, bewusst hinzuhören und die Welt um mich herum wahrzunehmen. Und wer weiß? Vielleicht höre ich ja auch Gott sprechen. Denn Gott spricht. Auch noch heute.

 

Jesus Christus spricht: „Selig, die das Wort Gottes hören und bewahren.“ (Lukas 11,28)

 


Evangelische Kirchengemeinde Neunkirchen
Michael Hilka, Pfr.
Vorsitzender des Presbyteriums
66538 Neunkirchen
Telefon: 06821-8530




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